Sonntag, 14. September 2014

Xining_Lanzhou

Die 340 km von Qilian nach Xining fahren wir auf einem Hochplateau durch "little Switzerland". In der Tat sehen Berglandschaft und Bewuchs aus wie in der Schweiz. Leider begleitet uns regnerisch/kaltes Wetter. Auf dem 2. Pass mit 4.300 m zeigt das Thermometer 3,5°C und die Berge sind mit Neuschnee gepudert. In Xining besichtigen wir Ta'Er Si, die größte tibetische Klosterschule außerhalb Tibets. Sie wurde 1577 gegründet, hat heute noch etwa 1.000 Klosterschüler und dient ansonsten als Touristenattraktion.

Von Xining nach Lanzhou begleitet uns der Regen mit tiefen Wolken. Wir fahren die 240 km (verbotenerweise) auf der Autobahn. An der Mautstelle schnell "durchhuschen" bevor ein Aufpasser reagieren kann. Einmal auf der Autobahn machen wir mit dem Polizisten an der Raststätte Bilder von den Bikes. Trotz schlechtem Wetter und Autobahnfahrt bekommen wir einen Eindruck von der Berglandschaft und dem Yellow River (nach dem Yangtse zweitlängster Fluß in China.
In Lanzhou bleibt ausreichend Zeit, um die weisse Pagode und die liegende Skulptur zu besuchen. Auch die riesigen Wasserräder (wurden früher zur Bewässerung der Felder verwendet) am Yellow River sehen wir uns an.

Ta'Er Si im Dunst




Yellow River

Amateur-Musiker bei der Weissen Pagode

alte Lampe mit neuer Photovoltaik

Teil der Weissen Pagode

Wasserräder

liegende Skulptur

Samstag, 13. September 2014

Dunhuang_Jiayuguan_Qilian

420 km beträgt die Strecke von Hami nach Dunhuang. Davon sind 320 km Autobahn und 100 km gehen über eine Schlaglochstraße in die Wüste. Auf der Autobahn überqueren wir unspektakulär die Grenze von der Xinjiang Provinz nach Gansu und sind jetzt endlich im "richtigen" China. Dunhuang ist eine Oase in der Wüste, in der man die buddhistischen Mogao Caves besichtigt oder mit Kamelen in die Dünen reitet.

Zurück durch die Wüste und über die Autobahn gelangen wir nach insgesamt 400 km nach Jiayuguan. Während der Fahrt kann ich den den Ölverlust am rechten Gabelholm des Bikes "bewundern". Jiayuguan ist die westlichste Bastion des alten Chinas und wir besuchen hier das Fort und das Ende der Großen Mauer, die 1372 erbaut wurden.

3 Pässe über 4000 m sind auf der 440 km langen Strecke von Jiayuguan nach Qilian zu befahren. Auf den 200 km Schotterpiste bewundern wir eine atemberaubend schöne Berglandschaft. Die tibetische Bevölkerung empfängt uns freundlich und ein gesamtes Dorf begutachtet uns und unsere Bikes. In Qilian checken wir in einem brandneuen Luxushotel ein und dürfen dieses bis 20:00 genießen. Richtig: Dann kommt die Polizei und informiert, dass man in der "geschlossenen" Stadt Qilian nur in internationalen Hotels übernachten darf. Unser Luxushotel gehört nicht dazu. Also, Gepäck in den Polizeiwagen, und im Konvoi zu einem miserablen internationalen Hotel (in dem kein einziges Wort Englisch gesprochen wird und Kaffee und sogar Tee unbekannt sind).

Gravel road

das Dorf besichtigt uns

Geniale Landschaft (Strecke nach Qilian)



Große Mauer




Sonnenaufgang in Dunhuang

Gruppen-Dinner

 Kamele auf dem Weg zur Arbeit

Mondsee / Dunhuang


Mogao Caves / Dunhuang


































Donnerstag, 11. September 2014

Aksu_Korla_Turpan_Hami



Gut ausgeruht und mit allen legalen Papieren ausgestattet starten wir von Kashgar nach Aksu. Nach wenigen Kilometern werden wir bereits von einem Polizeiposten gestoppt und dürfen (müssen) unsere neuen Papiere in Form von Führerschein und Kfz-Schein vorzeigen. Es ist alles in Ordnung und wir können unsere Reise fortsetzen bis zur nächsten Kontrolle. Hier laufen wir mit der gesamten Gruppe von 15 Motorrädern ein. Diesmal will man allerdings unsere Reisepässe sehen. Die weiteren 480 km fahren wir über eine gute Autobahn, immer das TienShan Gebirge auf der linken Seite und die Taklamatan Wüste auf der rechten Seite. Die Taklamatan Wüste ist –nach der Sahara- die zweitgrößte Sandwüste der Welt. Abends freuen wir uns über das gute Hotel und einige Mitfahrer weichen sofort ihre Wäsche ein. Da erreicht uns eine Hiobsbotschaft: Der Polizeichef in Urumqi erachtet das Hotel als nicht sicher und wir haben dieses in maximal 15 Minuten zu räumen. Angeführt von einer schwarzen Limousine fahren wir im Konvoi mit 15 Motorrädern durch die Stadt zum sicheren(?) Hotel. Bei unserer Vorbeifahrt lassen alle (wirklich alle!) Stadtbewohner alles stehen und liegen und fotografieren/filmen was das Zeug hält. Jetzt ist natürlich überall bekannt, dass eine Gruppe Langnasen mit Motorrädern in der Stadt ist.
Hintergrund: Die Xinjiang Provinz ist eine der drei unabhängigen Provinzen (neben Tibet und der Inneren Mongolei) in China, in denen es regelmäßig Unruhen gibt. In 2 Tagen ist Mondfest, ein bevorzugter Zeitpunkt für Anschläge. 

Von Aksu nach Korla fahren wir 570 km Autobahn und sehen nach wie vor links das Gebirge und rechts die Taklamatan Wüste. Aber wir müssen diese Entfernungen eben überwinden. In der Mittagspause besuchen wir den quirligen Markt der arabischen Stadt Kuqa, wo wir eine alte Holzmoschee besichtigen und leckere Teigtaschen zu Mittag essen.

Von Korla nach Turpan fahren wir die 450 km wiederum auf der Autobahn (einzige Möglichkeit), die dann aber mit 60 km/h Begrenzung kurvenreich durch eine faszinierende Berglandschaft des TienShan Gebirges führt. Am Ende der Strecke kommt noch ein starker Seitenwind dazu, der auf den letzten Kilometern über Landstraße unangehm böig und stürmisch wird. Vor Ankunft fahren wir noch zum Ayding See, der mit 154 m unter NN der tiefste Punkt Chinas und der zweittiefste Punkt der Welt ist. Trotz einer Art Sandsturm erreicht die Temperatur drückende 35°C. Turpan ist eine alte Stadt, die als Karawanenstopp an der Seidenstraße diente. Man produziert hier Wein.

Die 480 km von Turpan nach Hami (oder Kumul) legen wir ebenfalls mit starkem Seitenwind auf der Autobahn zurück. Wir kommen durch die Flame Mountains und machen einen Abstecher ins Gebirge. Hier sehen wir eine pittoreske Berglandschaft, die bereits Umgebung für Filmproduktionen war. Der weitere Weg führt uns durch die Uiguren-Stadt Tuyoq, eine muslimische Pilgerstadt (7 Pilgerreisen nach Tuyoq ersetzen 1 Pilgerreise nach Mekka). Mit einem Schluck lokalem Beerensaft und einer Schale Tee stärken wir uns bei freundlichen Menschen in Tuyoq. 

An praktisch allen Orten, bei allen Stopps sind wir sofort von einer Menschentraube umgeben und werden fast wie Außerirdische bestaunt.

Z.Zt. funktionieren meine Google Dienste leidlich und ich werde mich bemühen, den Blog zu füttern.


chinesische Papiere
 C
es geht auch zu viert

Bildunterschrift hinzufügen

Raststätte an der Autobahn

Blick auf das TienShan Gebirge

das normale "Gewusel" bei einer Pause

Motorräder werden wegen Explosionsgefahr häufig aus der "Teekanne" betankt

Holzmoschee in Kuqa


am Ayding See

Flame Mountains



Tuyoq

Grab des ersten Uiguren


Melonen zum Trocknen auf der Leine (schmecken gut)

Wartung muss sein
 

Sonntag, 7. September 2014

Tamga_Naryn_Kashgar

Leider konnte ich mich nicht melden. Google Dienste sind in China geblockt. Dieser Post wird über Relais eingestellt. Danke.
Die 300 km von Cholpon Ata nach Tamga fahren wir über interessante –teils einsame- Landstraßen. Es ist Feiertag und wir sehen schön gekleidete Mädchen und Jungen. Die Routine auf der Landstraße wird aufgelockert durch einige Kilometer Schotterpiste zu einer roten Felsformation. Hier stärken wir uns in einer Jurte mit einem Mittagessen. Am Nachmittag geht noch ein Abstecher –ebenfalls über Schotterpiste- zum Wasserfall. Bis zum Wasserfall hat sich allerdings keiner „durchgekämpft“. In Tamga übernachten wir in komfortablen Hütten direkt am See.
Weiter geht es nach Naryn. Auf dem Weg trinken wir einen Kaffee in Koshkor und besuchen einen lokalen Markt, auf dem es sogar Bananen gibt (selten in Kirgistan). Die Weiterfahrt auf der Hauptverbindungsstraße von Bishkek nach China führt uns über Schlaglochstrecken und staubige Schotterpisten über den ersten Pass mit 3.030 m. Auf dem Pass stärken wir uns mit einem mitgebrachten Imbiss.

Jetzt wird es ernst. Die Strecke Naryn-Kashgar mit dem Grenzübertritt nach China steht an. Nach einem militärischen Kontrollpunkt dürfen wir auf den Torugart Pass, mit 3.752 m die Grenze zu China. Die Passstraße ist über weite Strecken eine Schotterpiste. Die Ausreise aus Kirgistan ist schnell und problemlos. Dank entsprechender Vorbereitung gibt es auch keine Probleme bei den Einreiseformalitäten in China, die allerdings etwas länger dauern. China empfängt uns mit Regen, der wahrscheinlich die Grenzbeamten zum Verzicht der Kontrolle der Motornummern bewegt hat. Am nächsten Tag müssen wir in Kashgar zum „TÜV“, wo wir als Attraktion von allen Einheimischen umlagert werden. Es folgen Formalien, Warten und Prüfen von Blinker und Licht. Mit einem kleinen „Erfolgshonorar“ können wir den weiteren Ablauf verkürzen und sind gegen Mittag durch. Zur Belohnung erhalten wir am nächsten Tag unsere chinesischen Papiere mit Importdokument für das Bike, Fahrzeugschein und Führerschein. Damit ist die Einreiseprozedur abgeschlossen und wir können legal und relativ frei China bereisen.